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Die zwei Modelle des Equity-Crowdfundings – welches ist das richtige für Sie?

FINANZEN & INVESTIEREN | 04.09.2020

Equity-Crowdfunding existiert in der aktuellen Form nun seit 2011-2012. Seither hat es sich stark entwickelt und in unterschiedlichen Gesetzesrahmen wurde mit verschiedensten Modellen experimentiert. All diese nuancierten Modelle zusammenzufassen gestaltet sich schwierig, jedoch unterscheide ich im Großen und Ganzen zwischen zwei Typen der Eigenkapitalfinanzierung. Das ist zum einen das Venture Capital-Modell (VC) und demgegenüber das Investment Banking-Modell (IB).

Das VC-Modell

Das VC-Modell der Eigenkapitalfinanzierung beschreibt eine Struktur, in der sich alle individuellen Investoren, die an einer Finanzierungsrunde teilnehmen, in einem Pool einer Finanzierungsplattform befinden. Anschließend wird von dieser Plattform ein einziges Investment in das Unternehmen getätigt, welches die Finanzierungsrunde in Auftrag gibt.

Abhängig von den rechtlichen Rahmenbedingungen unter welchen das Modell stattfindet, gibt es dabei einige verschiedene Strukturen wie dieser Pool gestaltet werden kann. Beispiele hierfür sind Nominee-Strukturen, weit verbreitet in Großbritannien, oder Kooperativ-Strukturen etwa in den Niederlanden und im Allgemeinen alle Strukturen einer Holdinggesellschaft. Ich werde mich hier vor allem auf letztere beziehen, da die Strukturen von Holdinggesellschaften im Gebiet der Nordics am typischsten sind.

Im VC-Modell fungieren individuelle Investoren im Grunde wie beschränkte Partner (LPs) in VC-Fund-Strukturen. Diese individuellen Investoren besitzen nun gemeinsam eine Holdinggesellschaft, die ein singuläres Investment in das operative Unternehmen tätigt. Sie sind jedoch nicht selbst Shareholder des Unternehmens und haben somit keinen direkten Einfluss darauf.

Das VC-Modell ist eine kostenintensive Struktur, da die Holdinggesellschaft serviciert werden muss (Buchhaltung und andere operative Kosten). Viele europäische Plattformen für Eigentumsfinanzierung haben der Struktur der Holdinggesellschaften außerdem zusätzliche "earnings logics" hinzugefügt, etwa Profit-Sharing Modelle, mit welchen die Plattform einen Anteil (genannt “carried interest”) an dem Ertrag des erfolgreichen Funding-Abschlusses des operativen Unternehmens nimmt. In der Welt der VC-Funds, beträgt dieser Anteil typischerweise um die 20 % des Profits, wobei er bei Crowdfunding-Modellen auch niedriger sein kann.

So wird argumentiert, dass diese Struktur von Vorteil für die target company ist, da die Shareholder-Liste insgesamt nur einen Investor umfasst. Dies ist für das Unternehmen mit weniger Komplexität verbunden als ein ganze Reihe an Shareholdern mit verschiedenen vertraglichen Bedingungen zu haben. (Hinweis: Wir empfehlen, dies durch eine Vereinheitlichung der Bedingungen hin zu einem eleganten one-size-fits-all-Modell zu bewerkstelligen, anstatt eine kostenaufwendige Holding-Struktur aufzusetzen)

 

Das IB-Modell

Im Investment-Banking-Modell der Equity-Crowdfundings werden hingegen die Investoren zu direkten Shareholdern des Unternehmens. Diese Struktur ist identisch mit einem Investment bei einem IPO.

Darin werden Shareholder-Vereinbarungen oft genutzt, um einige der Shareholder-Rechte abzugrenzen und so dem Board des Unternehmens mehr Entscheidungsmacht über den Abschluss und neue Funding-Runden zu geben.

Wie ich oben bereits erwähnt habe, schlagen wir zur Begrenzung der Komplexität im Allgemeinen eine elegante Lösung einer Aktiengattung mit einer Aktionärsvereinbarung vor. Das ist eine saubere und einfache Struktur, um mögliche neue Finanzierungsrunden zu handhaben. Mehr Aktionäre bedeutet nicht mehr Komplexität; mehr Investitionsbedingungen bedeuten mehr Komplexität.

Dies sind also die beiden wichtigsten Modelle des Equity-Crowdfundings in Europa. Hier gibt es noch große Unterschiede, wie z.B. stimmrechtslose Aktien, Plattformen, die in die Zielunternehmen investieren, Plattformen, die den Anlegern Gebühren in Rechnung stellen, Investoren, die Schulden in die Holdinggesellschaft investieren, die dann eine Eigenkapitalinvestition in das Zielunternehmen tätigt, usw. Aber was auch immer die Struktur ist, der Schlüssel ist, dass Sie als Investor verstehen, in was Sie investieren. In meinem nächsten Blog werde ich die Struktur von Invesdor selbst erklären!

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